Beitrag Braila April 2016

Braila 04.04.16

Zurück aus Braila, wo wir am 04. April die Vizebürgermeisterin Doina Ciocan getroffen haben, möchten wir Euch davon berichten 🙂

In Braila wird die Anzahl der freilebenden Hunde auf ca. 5000 geschätzt. Die Beschwerden der Bevölkerung gegen diese Streuner nehmen zu, weil sie Schmutz und Lärm machen und durch Angriffe eine Gefahr für Kinder und ältere Leute darstellen. Der Druck auf die Behörde, etwas gegen diese Hunde zu unternehmen, steigt.
Was uns Mut und Hoffnung macht, ist die Tatsache, dass die Stadtverwaltung bereit ist, mit uns zusammen den steinigen Weg des Tierschutzes zu gehen und NICHT den einfacheren Weg der Euthanasie, obwohl das Gesetz dies erlauben würde. Gemeinsam kämpfen wir für das LEBEN.
Wir haben zusammen einen Plan erarbeitet, der sich auf mehrere Bereiche erstreckt:

1. Kastrationen – einer der wichtigsten Wege (wenn nicht der wichtigste!) um Hundepopulationen zu reduzieren. Die nächste Aktion ist für 20-24. Juni geplant. Dafür hat unser Kollege Ingo Ringeisz von Perspektierisch in wochenlanger Arbeit eine vollständige Ausrüstung gebaut, mit OP-Tischen mit Beleuchtung, Sterilisatoren, OP-Besteck, Medikamenten- und Materialienschrank, die vor Ort bleiben wird für zukünftige Kastrationskampagnen. Dazu benötigen wir Sachspenden mit medizinischen Materialien der folgenden Liste.

2. Der öffentliche Shelter Unirea, der zur Zeit ca. 450 Hunde beherbergt und aus einem Stahlgebäude besteht, soll um ein weiteres Gebäude erweitert werden. Wir sind für die Renovierung und Instandsetzung der Räumlichkeiten zuständig, den Aufbau einer Quarantäne-Station und für die Versorgung der hier untergebrachten Hunde, die für eine weitere Vermittlung gedacht sind. Die Hunde aus dem Unirea Shelter sind gut sozialisiert und befinden sich in einem guten Ernährungszustand, allerdings sind die Zwinger überfüllt und bieten den Tieren keine Möglichkeit, sich zurückzuziehen oder sich aus dem Weg zu gehen.
Für dieses Vorhaben brauchen wir sowohl Spenden für die Baumaterialien als auch Helfer vor Ort für die Baumaßnahmen und die Arbeit mit den Hunden aus dem Shelter.

Bilder von Unirea-Shelter Braila                  IMG_5745

Bilder vom zu renovierenden Gebäude

3. Eine weitere Maßnahme zur Reduzierung der Anzahl von Straßenhunden ist die Einrichtung eines Areals von mehreren Hektar Land, in dem die Hunde frei in einer natürlichen Umgebung leben dürfen und von Menschen (freiwilligen Helfern) versorgt werden. Das Areal wird abgegrenzt, so dass diese Tiere weder sich selbst in Gefahr bringen können (durch fahrende Autos z.B.), noch für Passanten eine Bedrohung darstellen.

4. Ein weiterer Aspekt ist eine Kampagne zur Aufforderung der Hundebesitzer aus Braila, einen Streunerhund bei sich in Pflege zu nehmen, bis dieser weiter vermittelt wird. Diese Hunde werden von der Stadtverwaltung auf eigene Kosten entwurmt, gechipt, kastriert, registriert und mit einem Gesundheitspass an die Pflegestelle abgegeben. Für das Futter und die medizinische Versorgung sind wir, Salvate Canes und PerspekTierisch, zuständig.

Hier können Sie Futter für unsere Schützlinge spenden.

Zusätzlich zu diesen Maßnahmen laufen permanent Aufklärungsaktionen in Schulen und an öffentlichen Stellen zur Sensibilisierung der Bevölkerung für den friedlichen Umgang mit diesen hochsozialen Tieren, zur Erkennung der Körpersprache und Kommunikationsmöglichkeiten mit ihnen. Auch die Vermittlung der Hunde aus dem Shelter ist ein weiterer Aspekt bei der Lösung dieses Problems.

Dieses gesamte Projekt ist keine Sofortmaßnahme, sondern ein langfristiger Weg, um die Streunerpopulation dauerhaft zu reduzieren und diesen Tieren ein lebenswertes Leben zu ermöglichen.
Dazu brauchen wir Euch, eure Hilfe! Wir benötigen Helfer vor Ort, für die Arbeit mit den Hunden und die ihre Versorgung, im Shelter und auf der Straße, Helfer für die Kastrationen, für die Baumaßnahmen, für die Aufklärung der Bevölkerung und die Pflegestellen-Aktion. Wir brauchen Sachspenden aller Art, Futter, medizinische Materialien, Hundebedarf. Und wir brauchen finanzielle Unterstützung, um diesen Traum zu verwirklichen.