Sarah W. | Jack

Sarah W. und Jack

Hallo, ich bin Jack, und ich möchte euch heute meine Geschichte erzählen. Ich bin ein waschechter rumänischer Straßenhund! Ich habe zwischen Hochhäusern gelebt, mich von Müll ernährt und unter Büschen geschlafen. Dieses Leben ist ein hartes Leben, geprägt von Hunger, Durst, Kälte und dem ständigen Kampf ums Überleben. Bei jedem Menschen, der vorbeikommt, muss man auf’s Neue entscheiden, ob er einem Gutes tut oder—wie leider oft—Böses will.

Leider gibt es viele Menschen, denen die Straßenhunde wie ich ein Dorn im Auge sind. Einer von diesen Menschen hat mir mit einem Stock das Bein zertrümmert und dabei die Sehne durchtrennt. Aber ich bin ein zähes Kerlchen! Ich habe mich weiter durchgeschlagen und nach und nach ist das Bein wieder verheilt – nur eine hässliche Narbe und eine steife Zehe sind mir geblieben. Trotzdem habe ich meinen Glauben an das Gute im Menschen nicht verloren.

Als ich ein Jahr alt war, hat sich mein Leben grundlegend geändert: die Tierschützer von Robi und Salvate Canes sind auf mich aufmerksam geworden und haben mich von der Straße geholt. Das Abenteuer „neues Leben“ begann! Ich durfte eine weite Reise machen in ein neues Zuhause.

Doch leider wollte mich meine neue Familie, die ich schnell ins Herz geschlossen hatte, nicht behalten. „Aus familiären Gründen“ wurde ich nach einem halben Jahr an Salvate Canes zurück gegeben. Inzwischen hat die Familie einen neuen Hund – ich hoffe, der darf etwas länger dort bleiben als ich…

Ich habe überhaupt nicht verstanden, was los war. Eine nette Frau hat mich zu Hause abgeholt und ist lange mit mir Auto gefahren. Dann kam eine andere nette Frau, die mich ebenfalls in ihr Auto lud und wir fuhren wieder eine ganze Weile. Ich war nass vom Regen, traurig und geknickt und saß im Kofferraum wie ein Häuflein Elend. Trotzdem war ich zu allen sehr freundlich und habe mich über jeden gefreut, der ein gutes Wort oder ein paar Streicheleinheiten für mich übrig hatte.


 

Die Reise ging von der Schweiz nach Erlangen in eine Pflegestelle, aber das wusste ich natürlich nicht. In der neuen Umgebung habe ich alles neugierig erkundet und das neue Ersatz-Frauchen auch schnell ins Herz geschlossen. Sie war den ganzen Tag mit mir draußen unterwegs, wir sind viel gelaufen und haben Kommandos geübt, ganz besonders das zuverlässige Zu-ihr-zurückkommen , wenn sie ruft.
Ich bin ein kluges Kerlchen und habe das schnell gelernt, sodass ich schon bald frei über die Wiesen toben und mit anderen Hunden spielen und Stöcken nachjagen durfte. Es gibt nichts Schöneres für mich!

In der Wohnung begann ich meinem neuen Frauchen überallhin nachzutappeln und sie mit meinem Charme ganz und gar einzulullen, sodass sie mich nie wieder hergibt! Was soll ich sagen? Es hat geklappt! Sie hatte mich so ins Herz geschlossen, dass sie mich einfach nicht mehr hergeben konnte, und so wurde aus der Pflegestelle ein festes Zuhause und mein neues Frauchen und ich zum absoluten Dreamteam! Inzwischen bin ich fester Bestandteil ihres Lebens. Ich begleite sie fast überallhin und sorge als ihr Personal Trainer dafür, dass sie sich bloß nicht zu wenig bewegt! 😉 Ich komme mit jeder Situation und Umgebung klar und auch ihr Freundes– und Bekanntenkreis hat mich fest ins Herz geschlossen. Die Dankbarkeit zu zeigen, ist ja wohl Ehrensache, und so passe ich in der Hundeschule immer artig auf und lerne schnell dazu. Wir toben viel herum und laufen viel, und jeden Abend treffen wir meine Hundefreunde zum gemeinsamen Herumtoben.


 

Danach bin ich dann im wahrsten Sinne des Wortes hundemüde und versuche meinem Frauchen immer auf den Schoß zu klettern, obwohl ich eigentlich viel zu groß dafür bin. Dann lacht sie und streichelt mich und ich schlafe zufrieden ein. Nur wenn ich ganz tief schlafe, erinnere ich mich manchmal an meine Vergangenheit. Dann winsele ich im Schlaf, bis mein Frauchen mich weckt. Gott sei Dank sind es nur Albträume! Beim Aufwachen bin ich dann sehr erleichtert, dass alles nur ein Traum war, und schlafe dankbar wieder ein. Morgens wecke ich mein Frauchen, indem ich ihr Spielzeug ans Bett bringe und ihr mit der Nase einen Kuss ins Gesicht drücke. Das finde ich total lustig, besonders wenn sie dabei schlaftrunken vor sich hin murmelt.

Beim Gassigehen wird sie oft gefragt, was ich für ein toller Hund sei. Die Leute reagieren dann ganz erstaunt, wenn sie hören, dass ich ein Straßenhund bin. Sie sagen, sie hätten nicht gedacht, dass Straßenhunde so hübsch, clever und lieb seien.

Haben die eine Ahnung! Wir sind die besten Hunde überhaupt!

In meiner Hundespielgruppe sind auch andere Straßenhunde, die adoptiert wurden, und alle Herrchen und Frauchen sagen, sie haben es nie bereut und würden uns nie wieder her geben. Es gibt so viele von uns; Große und Kleine, Dicke und Dünne, Kurzhaarige und Wuschelige, Power-Hunde und eher gemütliche. Aber eines haben wir alle gemeinsam: wir vergessen es unseren Rettern nie!

Danke Salvate Canes für mein neues Leben!


 

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