Projekt FREI LEBEN

Tierschutz kann auch Menschenschutz sein

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Seit dem Jahr 2014 ist es in Rumänien Pflicht, privat gehaltene Hunde chippen, registrieren und vor allem kastrieren zu lassen (ausgenommen Polizei-, Arbeits- und Zuchthunde).  Grund dafür ist die Tradition, dass auch Hunde mit Besitzer frei durch die Straßen streunen und sich dort unkontrolliert vermehren. Es entstehen Rudel von Straßenhunden, die sich wiederum vermehren und mit den frei herumstreunenden Hof- und Haushunden verpaaren. Trächtige Hündinnen oder deren Nachwuchs werden häufig ausgesetzt, die Welpen oft auch getötet. Um diese Vermehrung zu stoppen, wurde von Seiten der Regierung die Kastrationspflicht eingeführt.

Nicht bedacht wurde allerdings, dass vielen Menschen in Rumänien das Geld für eine solche Kastration fehlt. Wer die Kastration jedoch nicht nachweisen kann, muss eine Geldstrafe bezahlen – was Menschen, die sowieso schon kein Geld haben, vor ein schier unlösbares Problem stellt. Dies führt dazu, dass sie häufig ihre Hunde aussetzen. Wieder landen unkastrierte Tiere auf der Straße, die sich dort vermehren.

 Wir bieten den Menschen eine Lösung an: bei unseren Kastrationsaktionen können sie ihre Hunde kostenlos kastrieren lassen und müssen sie weder aussetzen, noch eine Geldstrafe fürchten. Dieses Angebot wird dankbar angenommen, bei unserer Aktion im November in Braila herrschte ein riesiger Andrang. Mit Kastrationsaktionen wird hier also nicht nur den Tieren, sondern auch ihren Besitzern geholfen. Wer ebenfalls davon profitiert, ist die Stadtverwaltung, da viel weniger Druck notwendig ist, um die Kastrationspflicht (und die Strafe bei Nichteinhaltung) polizeilich durchzusetzen.

Die Situation in BrailaBild3

Auch in Braila gibt es, wie in den meisten rumänischen Städten, viele frei laufende Hunde und Straßenhunde. Außerdem gibt es zwei Shelter, Unirea und Lacu Sarat. Lacu Sarat wurde bereits von einer Tierschutzorganisation übernommen, Unirea hingegen wird von der Stadt betrieben. In Unirea sind derzeit etwa 250-300 Hunde untergebracht und werden von städtischen Mitarbeitern notdürftig versorgt. Dort finden derzeit keine Tötungen statt. Allerdings wächst der Druck, die Tötungen in Unirea wieder einzuführen, da dies nach Meinung einiger Politiker billiger sei als die Hunde durchzufüttern und dafür Mitarbeiter zu bezahlen. Die Vizebürgermeisterin von Braila, Frau Doina Ciocan, hat deshalb um Hilfe gebeten.

Das Gesamtprojekt FREI LEBEN

In einem Gemeinschaftsprojekt von Salvate Canes e.V., PerspekTierisch e.V. und der Stadtverwaltung von Braila streben wir eine langfristige Lösung an, um die Hundepopulation zu verringern und das Leid der Streuner hoffentlich vollständig zu beenden. Das Konzept ruht dabei auf mehreren Säulen: Kastrationsaktionen, Hilfe im städtischen Shelter, Futterstellen außerhalb der Stadt und Aufklärung der Bevölkerung, vor allem in Schulen und Kindergärten. Nur durch eine Kombination all dieser Aspekte kann sich langfristig etwas an der Situation der rumänischen Straßenhunde ändern.

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Kastrationen: die oben bereits beschriebenen Kastrationsaktionen haben zum Ziel, in kurzer Zeit möglichst viele Hunde zu kastrieren und so zu verhindern, dass weitere Straßenhunde in ein trauriges Leben hinein geboren werden. Hierbei werden Straßenhunde ebenso kastriert wie Haus-, Hof- und sonstige Hunde mit Eigentümern. Die freilebenden Hunde werden nach dem Eingriff an ihrem gewohnten Aufenthaltsort wieder frei gelassen.

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Hilfe im städtischen Shelter umfasst alles, was zur Verbesserung der Situation der Hunde beiträgt. Dies beinhaltet Futter, medizinische Versorgung der Hunde, Sozialisierung und auch deren Vermittlung. Hierfür werden künftig auch ehrenamtliche Helfer im Einsatz sein, die direkt im Shelter bei den täglichen Arbeiten mithelfen und füttern, die Zwinger sauber machen und den Hunden die Möglichkeit zu menschlicher Nähe und Kontakt bieten, um sie an Menschen zu gewöhnen. Für diese Arbeit im Shelter werden wir viele helfende Hände brauchen. Im Gegenzug garantiert uns das Shelter Unirea, dass dort kein einziger Hund getötet wird.

Futterstellen außerhalb der Stadt: Straßenhunde in der Stadt sind bei manchen Einwohnern alles andere als gerne gesehen. Sie fühlen sich durche Kot, Gebell und di Präsenz der Hunde belästigt oder gar bedroht, was schnell die Hundefänger auf den Plan ruft. Deshalb werden wir Futterstellen außerhalb Bild6einrichten, die die Hunde aus der Stadt locken. Auch in diesem Fall profitiert die Stadtverwaltung, die sich nicht mehr um verärgerte Anwohner und besorgte Mütter kümmern muss, die immer wieder wegen der vielen Hunde anrufen und sich beschweren. Neben der Versorgung mit Futter bieten solche Futterstellen außerdem gute Möglichkeiten, die Hunde im Auge zu behalten und unkastrierter Hunde habhaft zu werden, um sie zu kastrieren und dann wieder dort auszusetzen. Die vorhandenen Ressourcen werden durch die Hunde genutzt, diese können sich aber nicht mehr vermehren – ein Konzept, das langfristig eine Verringerung der Population nach sich ziehen wird.

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Aufklärung der Bevölkerung: Der vielleicht wichtigste Punkt, um an der Situation in Rumänien langfristig etwas zu ändern, ist die Aufklärung der Bevölkerung, insbesondere der Kinder. Es geht nicht nur darum, zu vermitteln, warum Kastrationen so wichtig sind. Es geht auch darum, das Bild des Tieres „Hund“ in der Bevölkerung zu verändern. Hierfür sind Besuche in Schulen und Kindergärten geplant, bei denen über unsere Arbeit berichtet, aber auch ein braver Hund mitgenommen werden soll, um einen emotionalen Bezug zu schaffen. Denn erst wenn der Hund als liebenswertes Wesen und nicht als „Ungeziefer“ wahrgenommen wird, kann sich dauerhaft etwas ändern.

Wie kann ich das Projekt unterstützen?

Ein solches Projekt erfordert natürlich Hilfe auf vielen Ebenen: wir brauchen Futter, medizinisches Material und natürlich auch Geld. Alleine die Kastrationsaktion im November hat insgesamt 5600€ gekostet.
Außerdem brauchen wir ehrenamtliche Helfer. Wenige, gut eingespielte Helfer bei den Kastrationsaktionen. Viele Helfer das ganze Jahr über im Shelter.

Wir brauchen Menschen, die an unser Projekt glauben und es weiter verbreiten. Die unsere Beiträge teilen, auf unsere Homepage verweisen, mal auf ein Geburtstagsgeschenk verzichten und sich stattdessen von ihren Freunden eine Spende für die Hunde in Braila wünschen. Wir brauchen Menschen mit Herz. Wir brauchen dich.SMS-Spenden

Spenden unter:

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Salvate Canes e.V.
Kto-Nr.
106 120 83
BLZ: 760 501 01
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